Ich höre was, was du nicht hörst
Die täglichen Geräusche im Alltag einer Sprecherin
Natürlich stimmt es nicht, denn du hörst ebenso das, was ich höre, doch du nimmst es vermutlich nicht wahr. Mein Mikrofon und ich aber schon. Da gibt es diese immer präsenten Geräusche im Alltag eines Sprechers, die einem das Leben manchmal schwer machen können. Darf ich vorstellen: Da wäre der Rasenmäher, die Müllabfuhr, Autoverkehr, Menschen auf der Straße, spielende Kinder, renovierende Nachbarn, die von mir so geliebten Flugzeuge, besonders die des Militärs und wesentlich angenehmer, dennoch präsent auf meinen Aufnahmen, manchmal meine schnurrende Katze. Ja, mein Mann sollte nicht staubsaugen, die Waschmaschine nicht laufen und mein Sohn keine laute Musik hören. Regnen sollte es auch nicht, denn ich habe mein Aufnahmestudio unterm Dach und da ist ein Dachfenster. Ebenso darf kein heulender Wind ums Haus wehen und der Specht nicht an meine Wand klopfen. Manchmal hüpfen Elstern auf dem Dach herum oder dem Nachbarshund fällt ein, dass er jetzt bellen sollte. An manchen Tagen ist es leiser, an anderen lauter, doch glücklich bin ich, wenn eine leise Zeit in den Zeitraum meiner Aufnahmen fällt. Denn es gibt nichts Schöneres für mich als Sprecherin, als absolute Ruhe.
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